Law & zones

Gewerblicher Pilotenpfad: A1/A3 bis STS

Bezahlte Drohneneinsätze verlangen mehr als Fluggefühl — ein klarer Qualifikations- und Versicherungsplan ist Pflicht. Dieser Leitfaden zeigt die sinnvolle Reihenfolge für Fernpiloten in Deutschland: von A1/A3 über A2 bis STS.

A2STS editorial13 min read

Contents

1. A1/A3 — Einstieg in gewerbliche Projekte

A1/A3 ist der verpflichtende erste Schritt für jeden Fernpiloten mit gewerblichen Plänen. Auch wenn A2 oder STS das Ziel sind: Mit A1/A3 können Sie sofort risikoärmere Aufträge übernehmen.

Typische Einstiegsprojekte: Immobilienfotografie in ländlichen Gebieten, Kartierung und landwirtschaftliche Beobachtung — alles machbar mit A1/A3 und einem Legacy-Fluggerät der Klasse C3 in der Unterkategorie A3.

2. A2 — Nähe zu Menschen erweitert den Markt

Das A2-Zeugnis mit einem C2-Fluggerät erlaubt 30 m Abstand zu unbeteiligten Personen — im Low-Speed Mode (LSM) 5 m. Das ist der entscheidende Unterschied für Einsätze in dicht besiedelten Gebieten.

Städtische Immobilienaufnahmen, industrielle Inspektionen und Event-Fotografie erfordern praktisch A2. Die Vorbereitung ergänzt Meteorologie, Flugleistung und Human Factors zum A1/A3-Stoff.

3. STS — höchste Stufe in der offenen Kategorie

STS-01 erlaubt Flüge über Personen in kontrolliertem Gelände mit C5-Fluggeräten. STS-02 deckt BVLOS-Einsätze innerhalb einer visuell überwachten Zone bis 1 km ab — ohne in die spezifische Kategorie zu wechseln.

STS verlangt Theorie- und Praxisprüfung bei einer akkreditierten Organisation (PStF-P). Typische gewerbliche Anwendungen: Pflanzenschutz, SAR, Pipeline- und Bahninspektion.

4. Versicherung auf jedem Karrierestufe

Ab dem ersten gewerblichen A1/A3-Projekt ist eine Haftpflichtversicherung (OC) Pflicht. Gewerbliche Piloten brauchen eine Police, die kommerzielle Einsätze ausdrücklich abdeckt — keine reine Hobby-Police. Empfohlen: mindestens 1 Mio. € Deckung.

Mit wachsender Einsatzkomplexität steigen die Anforderungen: A2-Projekte verlangen oft höhere Summen als reine A1/A3-Aufträge. STS-Verträge können kundenseitige Mindestdeckungen vorschreiben.

  • Betreiberregistrierung über dipul vor jedem gewerblichen Flug
  • OC-Versicherung mit gewerblichem Deckungsumfang
  • Zeugnis und Versicherungsnachweis für Kunden bereithalten

Frequently asked questions

Reicht A1/A3 allein für gewerbliche Aufträge?
Ja, solange die Operation in A1/A3-Grenzen bleibt: Abstände zu Menschen, CE-Klasse und Geozonen. Für viele Einstiegsprojekte reicht A1/A3 — A2 wird relevant, sobald Nähe zu Menschen nötig ist.
Wie lange dauert der Weg bis STS?
Typisch 6–18 Monate ab A1/A3, abhängig von Lerntempo und Praxis. A2 als Zwischenstufe dauert oft 2–4 Monate.

Authority & sources

A2STS Redaktion · Reviewed by: EASA UAS-Lehrplan angepasst